St. Matthäus-Kirche

Der Grundstein für die evangelische Kirche St. Matthäus in Aschaffenburg – Schweinheim wurde im Jahr 1957 gelegt. Ihr Name leitet sich von dem Evangelisten Matthäus her, der mit dem von Jesus berufenen Jünger Levi in eins gesetzt wird.

Die gegenständlichen Elemente

Das Kruzifix der St. Matthäus-Kirche hat eine eigenartige Geschichte. Der corpus wurde erst zwanzig Jahre nach dem Bau als Antiquität angekauft und an der Altarwand angebracht. Erst fünfzehn Jahre später wurde dann das Kreuz gefertigt und in den Raum gestellt.

Der Altar davor ist gemäß alter Sitte aus Stein. Er hat im Grunde die Funktion eines Tisches, um den Jesus Christus als Tischherr seine Jünger und Jüngerinnen beim Heiligen Mahl versammelt. Er erinnert aber auch an den Opfertod Jesu.

Neben dem Altar sind Predigtkanzel und Taufstein wesentliche Elemente in einer evangelischen Kirche. Im Bekenntnis der Evang.-Luth. Kirche wird vom Wesen der Kirche gesagt, dass sie „die Versammlung der Gläubigen ist, bei denen das Evangelium rein gepredigt und die Sakramente gereicht werden".

Die bildlichen Elemente

Das Buntglasfenster an der linken Seite des Hauptraums nimmt Bezug auf eine Legende über den Apostel Matthäus, nach der seine Gebeine nach Salerno ge-kommen sind. Neben dem Namenszug des Heiligen sind im Hintergrund Trulli als typische Wohnbauten Süditaliens zu erkennen. Das Bild stammt von dem Aschaffenburger Künstler Anton Bruder.

Die Motive der Wandbilder im Altarraum haben ihren inneren Zusammenhang im Evangelium nach Matthäus. Für diesen Evangelisten ist Jesus der heimliche König der Endzeit. Nur in seiner Schrift (Kap.2) wird von der Anbetung des Weisen berichtet, die dem neugeborenen König huldigen und ihre Geschenke bringen. Das nächste Bild nimmt die Berufung des Zöllners Levi (Matthäus) auf. Auf der rechten Seite der Altarwand ist dann die wohl wichtigste Botschaft dargestellt, die uns Matthäus überliefert - die Bergpredigt Jesu. Das abschließende Bild nimmt noch einmal das Königs-Motiv auf: Jesu Einzug in Jerusalem, hier dargestellt als Aschaffenburg. Die Ausgestaltung erfolgte durch Reiner Joppien aus Ellingen.

Die Ausmalung der Kirchen war in alter Zeit eine Möglichkeit den Leseunkundigen die biblischen Geschichten vor Augen zu malen. Heute ist die Ausgestaltung mit biblischen Motiven eher eine Erinnerung an längst Bekanntes und vielleicht auch wieder Vergessenes.

Durch die Verwendung von Struktur- und Bild-Elementen aus unserer Zeit - Atomium, Sanduhr, Baum, Schloss - will der Künstler einen Bezug zum Betrachter schaffen. So gilt auch der „Fingerzeig" Jesu nicht nur dem Zöllner Matthäus. Er weist jeden Betrachter auf die Mitte des Glauben und Lebens.

Eher unauffällig gehängt ist ein Bild des in Schweinheim lebenden Künstlers Heinz Hock an der Emporenbrüstung. Dem Hinausgehenden neigt hier der Gekreuzigte sein Haupt zu.

Die Orgel

Wesentlicher Bestandteil christlicher Kirchen ist eine Orgel. Sie ist meist dem Altarraum gegenüber eingebaut und dient in erster Linie der Begleitung des Gemeindegesangs. Oft wird sie als „Königin der Instrumente" bezeichnet. Dies hat wohl darin seinen Grund, dass ihr eine Vielzahl von Ton- und Klangmöglichkeiten zu entlocken sind. Die Orgel von St. Matthäus ist noch ganz neu. Ihre Vorgängerin, eine „Nachkriegsorgel“ war im Alter von fünfzig Jahren so verbraucht, dass eine Reparatur sich nicht mehr lohnte. So wurde das neue Instrument mit zwei Manualen, Pedal, Glockenspiel und Zimbelstern im Jahr 2005 gebaut und geweiht.